Review : Mockingjay Part 1

Hallo ihr Lieben! 

Ihr seht ja schon am Titel worum es geht.

image

Die Handlung :

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) konnte von den Rebellen aus der Arena gerettet werden und in dem zerstört geglaubten Distrikt 13 in Sicherheit gebracht werden. Für die unterdrückte Gesellschaft wird sie zur heroischen Symbolfigur des Aufstands gegen das Kapitol. Als der Krieg ausbricht, der das Schicksal Panems für immer bestimmen wird, muss Katniss sich entscheiden: Kann sie den Rebellen rund um Präsidentin Coin (Julianne Moore) trauen? Und was kann sie tun, um Peeta (Josh Hutcherson) aus den Fängen des Kapitols zu retten und Panem in eine bessere Zukunft zu führen?

Meine Meinung :

Man nimmt Kurs auf das Finale. Der dritte Teil der “Hunger Games”, oder besser, der erste Teil der Verfilmung des letzten Bandes, ist der bisher düsterste der Reihe. Konzentrierten sich die beiden Vorgänger eben noch hauptsächlich auf die titelgebenden Hungerspiele, befindet man sich nun im offenen Krieg und die Folgen davon für die Zivilbevölkerung werden thematisiert. Wirklich brutal wird es hier nie, aber beim Anblick der zerbombten Ruinen, in denen verkohlte Skelette liegen, oder dem zermürbenden Ausharren von Überlebenden in einem Luftschutzbunker kriegt man schon einen Kloß im Hals. Was ich dem Film positiv anrechne, ist seine Auseinandersetzung mit dem Thema Propaganda. Die Rebellen mögen zwar auf den ersten Blick ethischere Grundsätze als das Kapitol haben, aber in der Wahl ihrer Mittel unterscheiden sie sich nicht wirklich. Die Heldin Katniss wird hier erneut vor den Karren einer Propagandamaschinerie gespannt und muss der Öffentlichkeit etwas vorspielen – diesmal eben einfach für die gegnerische Partei. Die Rebellen instrumentalisieren sie genauso wie es das Kapitol zuvor bei ihr tat und nun mit ihrem Freund tut, der nicht gerettet werden konnte – und ironischerweise wirkt es bei diesem schon fast pazifistisch, während sie eine martialische Attitüde zeigt. “Wenn wir brennen, dann brennt ihr mit uns” – das hinterlässt irgendwie auch einen bitteren Beigeschmack. Selbst wenn das Kapitol am Ende doch noch abgrundtief böse erscheint – so ganz schwarz-weiß sieht es hier dann doch nicht aus. Man wird hier schon ein wenig angeregt, das zu hinterfragen, was man täglich in den Nachrichten sieht. Da sich im Film viel auf diesen Aspekt konzentriert wird, bekommt man kaum Action zu sehen. Wer hier eine Katniss erwartet, die sich ins Schlachtengetümmel stürzt – welchen Eindruck die Trailer noch vermittelten – der wird zwangsläufig enttäuscht werden. Auch wenn es eine Szene gibt, in der sie, wenn auch mehr zufällig, tatsächlich in den Krieg eingreift – Katniss ist eine Symbolfigur und keine Soldatin. So einfach, wie in den meisten anderen Blockbustern mit jungen Helden, ist es dann eben doch nicht. Aber, wie gesagt, gerade das ist eine der Stärken des Films. Er vermittelt ein realistischeres Bild als andere Teenie-Actionfilme. Dazu wird er, wie auch die Vorgänger, von einem exzellenten Schauspielensemble getragen. Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence zeigt hier ihre in der Reihe bisher beste Leistung, bringt Katniss Anspannung, Trauer und psychische Belastung absolut überzeugend rüber. Ich muss zwar sagen, dass sie in einer Szene eher weinerlich erschien, aber das ist nur eine kleine Ausnahme, die das Gesamtbild nicht trübt. Und wohl auch eher dem Drehbuch anzulasten. Ihre beiden männlichen Co-Stars, Josh Hutcherson und Liam Hemsworth waren beide nicht schlecht; letzterer hat hier auch bedeutend mehr Screentime als zuvor und füllt diese gut aus. Die ebenfalls aus den Vorgängern bekannten Elizabeth Banks als Effie und Woody Harrelson als Haymitch sind für den – freilich sehr spärlichen – Humor des Films zuständig und machen das beide sehr gut. Besonders Harrelsons Leistung ist hier hervorzuheben. Die neben Lawrence mit Abstand beste des ganzen Casts liefert aber definitiv der großartige, viel zu früh verstorbene Philip Seymour Hoffman ab, dem dieser Film auch gewidmet wurde. Er spielt dezent, wirkt anfangs noch recht kühl, zeigt gegen Ende aber richtig Emotionen. Klasse! Als Neuzugänge hat man hier dann noch Julianne Moore und Natalie Dormer. Moore als Präsidentin Coin wirkt sehr charismatisch, “Game of Thrones”-Star Dormer war jetzt nicht so besonders, aber noch ganz solide. Bei ihr schürten die Trailer und Promo-Bilder ebenfalls eine falsche Erwartungshaltung – sie spielt hier eben keine Soldatin, was man im Vorfeld hätte annehmen können, sondern eine Regisseurin, die Katniss für die Rebellion ins rechte Licht rücken soll. In weiteren Nebenrollen sieht man dann noch die schon bekannten Toby Jones, Stanley Tucci, Jeffrey Wright, Jena Malone, Sam Claflin und natürlich Donald Sutherland als Gegenspieler Präsident Snow, der hier richtig diabolisch wirkt. Sie waren definitiv auch alle nicht schlecht. Die Effekte, welche aber freilich nicht sehr zahlreich vorhanden sind, sind gut gelungen. Die Ausstattung dagegen wirkt, verglichen mit den Vorgängern, doch recht karg. War eben zuvor das Kapitol mit seinen exzentrischen, in knallbunten Kostümen steckenden Bürgern ein wichtiger Handlungsort, ist es hier eben das spartanisch eingerichtete 13. Distrikt, in dem alle in grauen Overalls rumlaufen. Aber das passt eben auch zum sehr ernsten Tonfall des Films. Besonders hervorheben muss ich dann noch den wirklich großartigen Score von James Newton Howard, der einprägsame Melodien aufweist und an den richtigen Stellen emotional wird. Und dann kann der Film noch mit einem wirklich Gänsehaut erzeugenden Stück aufwarten: dem von Jennifer Lawrence selbst gesungenen “The Hanging Tree”, einem wunderschönen Lied, das in der englischen Fassung durch Lawrence’ etwas raue Stimme besonders berührt, aber auch in der deutschen Fassung sehr emotional rüberkommt. Hier muss ich die Verantwortlichen für die Synchronisation wirklich loben: der eingedeutschte Text wirkt überhaupt nicht kitschig und die Synchronsprecherin Maria Koschny hat wirklich eine sehr angenehme Singstimme. Sehr gut! Die anschließende Szene, in der dann eine große Menschenmenge das Lied intoniert und selbstmörderisch auf einen Staudamm zustürzt, um diesen zu sprengen, ist dann auch die beste Szene des Films. Da hatte ich wirklich Gänsehaut – wenngleich die Verwendung des Liedes in den Propagandaspots der Rebellen dann doch wieder einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Der Film benutzt dieselben Mittel, die er kritisiert, ja letztlich auch selbst. Man könnte ihm ankreiden, dass die Darstellung der verfeindeten Parteien eben nicht wirklich differenziert ist und man daraus schon eine bedenkliche Botschaft herauslesen kann, dass man sich, ungeachtet sämtlicher Gefahren, für eine Sache opfern soll. Aber wie gesagt, mir überwiegen doch die kritischen Töne am Krieg und seinen Mechanismen. Wenn er seine Zielgruppe zum Nachdenken über ernste Themen anregen kann, hat er damit schon mehr erreicht, als die meisten anderen Blockbuster. Ein größeres Problem hatte ich eher damit, dass die Handlung zu sehr gestreckt wird und auch die Liebesgeschichte zu viel Raum einnimmt. Mit seinen über zwei Stunden ist er gut zwanzig Minuten zu lang. Mehr als eine Szene wird mit belanglosem Gelaber vergeudet. Es hätte ihm gut getan, wenn man die Handlung etwas gestrafft hätte. Und einen richtigen Schluss gibt es dann letztendlich auch nicht, sondern, wie schon beim Vorgänger, einen Cliffhanger, der aber diesmal eher ärgerlich wirkt. Die Zweiteilung des letzten Bands scheint dem Franchise nicht gut zu tun, wenngleich man das genau erst sagen kann, wenn der letzte Teil rausgekommen ist. Trotzdem merkt man diesem hier dann doch an, dass er im Grunde nicht so viel zu erzählen hat und künstlich gestreckt wurde. Während bei “Harry Potter” die Halbierung des letzten Teils noch Sinn ergab, da die Handlung wirklich umfangreich war, und auch viele Hintergrundinformationen aus der Vorlage, die in den Vorgängern nur unzureichend umgesetzt wurden, eingefügt werden mussten, wirkt es hier eher unnötig. Man scheint hier einfach, wie schon bei “Twilight” einfach auf diesen Zug aufspringen zu wollen. Naja. Dennoch bleibt das hier für mich immer noch ein sehr guter Film. Er ist spannend, emotional, hervorragend gespielt und bietet Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. Zwar der bisher schwächste der Reihe, aber aus dem ganzen Teeniefilm-Allerlei sticht er nach wie vor positiv heraus. Empfehlenswert.

Fazit :

Der Film hat zwischendurch seine Längen, aber ist trotzdem gut anzusehen. Für Fans der Serie auf jeden Fall ein muss. Durch die Zweiteilung ist der erste Teil leider mehr da zu Vorbereitung aufs Finale.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s